Jeder kennt sie, jeder hasst sie: Systemwartungen. Ich habe ja des öfteren mal Bekanntschaften, die ich vor allem durch meine Eltern vermittelt bekomme, die diese Systemwartungen wohl noch mehr hassen als unsere Generation. Mag auch am Unvermögen liegen, aber auch ich erlebe es häufig, wie ekelhaft "dreckig" und unordentliich am PC gearbeitet wird. Wenn man sich da mal den Desktop von vielen Leuten anguckt ... niemand würde den eigenen Haushalt so führen, wo alle Dokumente in der ganzen Wohnung durcheinander auf dem Boden liegen. So auch bei PCs. Macht man nicht. Zumindest ich mache das nicht und mit wenig Aufwand kann man viel erreichen. So habe ich nun auch vor kurzem alle Geräte gewartet. Das klingt nach übermäßig viel Aufwand, ist es aber überhaupt nicht, wenn man es regelmäßig erledigt. Und dank Linux ist da sowieso nie eine Neuinstallation oder sonst etwas notwendig. Das geht flott von der Hand. Was habe ich also gemacht?

Tägliche bzw. spätestens wöchentliche Updates führe ich sowieso immer mit meinem Alias alias pkg-upgrade="pac -Syyu && orphans && sudo pacman -Scc && sudo pacman-optimize && sync" aus, wobei pac nur ein Alias auf das Programm pacaur ist. Super Wrapper für das AUR und pacman bei ArchLinux. Ab und zu gehört nun aber mehr dazu als nur aktuelle Software zu installieren. Updates von Paketen bringen selten, je nach Paketmanager, neue globale Konfigurationsdateien dazu. Deshalb muss man das nun auch nicht jedes mal machen, aber eben einmal im Jahr sollte sowas schon sein. Oder öfter, wenn man Lust drauf hat. Da meine ArchLinux Installation auch schon richtig alt ist, haben sich eben so einige .pacnew Dateien angesammelt, die ich mit sudo DIFFPROG=meld DIFFSEARCHPATH="/boot /etc /usr" pacdiff auffinden und manuell mit meinen vorhandenen Konfigurationen zusammengeführt habe. Meld ist dabei eben ein diff-Programm, um Unterschiede in den Dateien festzustellen. Geht auch mit Terminal, aber das Zusammenführen kann so durch wenige Klicks erledigt werden. Find ich immer gut.

Nachdem das erledigt war, ist mir aufgefallen, dass mein Benutzer noch in den Gruppen users power audio video network disk storage scanner ist. "Was in Unfug!", dacht ich mir. Durch das neue systemd sind das alte Systemgruppen, die man früher mal brauchte, aber heutzuge keine Verwendung mehr haben. In diesem Zug habe ich dann auch endlich mal striktere home-Ordner umgesetzt. Auch, wenn ich kein wirkliches Multiuser-System habe, so fühlt es sich sauberer an. Damit können dann andere Nutzer euren persönlichen Ordner nicht mehr ansehen, was ein Standard ist, wenn ihr euch bei der Installation zur Gruppe users hinzugefügt habt.

Zunächst müsst ihr euch mit gpasswd aus allen unnötigen Gruppen entfernen. Das sind einfach alle, außer evtl. wheel für sudo und users, die nützlich ist, wenn man als normaler Benutzer ohne Einschränkungen z.B. Netzwerkfreigaben mounten will. Für striktere Home-Verzeichnisse würdet ihr dann eine Gruppe mit gleichem Namen wie euer Benutzer erzeugen und die Berechtigungen ändern. Hier mal eine Befehlsfolge:

gpasswd -d $user {network,disk,storage,...} // Entfernen von unnötigen Gruppen
groupadd $user // neue Gruppe mit eurem Namen erzeugen
usermod -a -g $user $user // die neu erstellte Gruppe als eure 'default-Gruppe' anwenden
chgrp $user /home/$user // von allen Dateien in euerm Verzeichnis die Gruppe ändern
find /home/$user -type d -exec chmod 700 {} \; // wie oben, nur Lese/Schreibberechtigungen
find /home/$user -type f -exec chmod 600 {} \; // wie oben, nur Lese/Schreibberechtigungen
touch ~/.profile && echo "umask 077 > ~/.profile" // strikter Modus für das Erstellen/Bearbeiten von Dateien

Anschließend habe ich dann mit dem AUR-Paket lostfiles Dateien aufgelistet und gelöscht, die keinem Paket zugewiesen sind. Ja, das kann passieren, wenn z.B. Sachen generiert werden (MIME etc.). Seid aber vorsichtig dabei, was ihr löscht. Zur Not lieber gar nichts. Viele dürften das sowieso nicht sein.

Der letzte Schritt war dann die Sicherung meiner Daten und Konfigurationsdateien. Da bietet sich natürlich rsync an. Ich habe, bis auf meine configs nichts auf dem eigentlichen Rechner, sondern alles auf einem Dateiserver, der hier in der Wohnung steht. Da dieser aber sehr viele Daten fassen muss und mir eine RAID-Lösung zu teuer war, sichere ich die wichtigsten Daten per USB. Ich schließe also eine Festplatte an den Server oder eben ihr an euren Rechner und schiebe dann automatisiert alle Dateien darauf. Ich merke immer wieder, wie mächtig rsync doch eigentlich ist, wenn ich es benutze. Und auch noch so verdammt schnell! Hier mal meine Befehle, die ausgeführt werden. Benutze dazu am PC (nicht am Server) ein grafisches Interface dafür (grsync "grsync"). Damit kann man leicht Gruppen erstellen. So sind dann mehrere Verzeichnis zu USB-HDD rsync Befehle gebündelt. Man führt nur einen aus. Im Prinzip nur ein Script.

rsync -a --progress /home/$user/Musik/ /run/.../USBHDD/Musik/
rsync -a --progress --delete /home/$user/Dokumente /run/.../USBHDD/Dokumente

Wichtig ist hier der Parameter --delete, was auf der USB-Platte alle in eurem Quellordner nicht vorhandenen Dateien löschen würde. Seid vorsichtig damit. Außerdem besteht ein Unterschied, wenn man / am Ende der Quell- und Zielordner angibt. Dieser bedeutet, dass im Prinzip nur der Inhalt kopiert wird. Wenn ihr ihn weglasst, dann wird der ganze Ordner kopiert. ein rsync ... /Musik .../Musik/ würde also den Ordner Musik nochmal in Musik kopieren. Achtet darauf, dass die beiden Ordner gleich enden, mit oder ohne Slash. Sonst habt ihr Chaos.


Kommentare

Keine Daten vorhanden.

Mit dem Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzbestimmungen dieses Dienstes.