Ich bin medienscheu. Ich schreibe nicht bei Facebook, achte darauf, wo ich mir einen Account anlege, aber hin und wieder möchte ich mich doch beteiligen, auch wenn es nur der eine Mensch ist, der durch Zufall auf meinen Blog stößt. Woran liegt das? Bin ich zu sehr Datenschutz orientiert? Ist Socialmedia zu aufdringlich?

Während der vergangenen Tage habe ich mir wegen des #brexit diese Frage gestellt habe. In dieser Zeit habe ich vermehrt Medien durchforscht, mir angesehen, was andere denken, wie Briten reagieren, was Journalisten schreiben. Dabei ist mir eines aufgefallen: Ich glaube, ich mag Einzeiler. Und das im völligen Gegensatz zu dem, was ich hier wieder präsentiere: einen längeren Blogeintrag. twitter bietet solche Einzeiler. Ganz unkompliziert irgendetwas anonym schreiben. Aber will ich das? Einen Vorteil hätte es: das Geschwafel würde aufhören. :-) Einfach so mit 140 Zeichen und ein paar wilden Schlagwörtern, aber eben doch mit einem Account, der wahrscheinlich nie ganz weg sein wird, obwohl man ihn löscht.

Vor ungefähr vier Jahren habe ich mir einen Twitteraccount angelegt und diesen aber nur benutzt, um Werbung für meinen Blog zu machen und um größeren Zeitungen zu folgen. Im Prinzip ein Newsfeed mit Werbung. Es haben mir sogar ein paar Leute gefollowed, aber kurz darauf habe ich dann beschlossen, dass das eine eher sinnlose Aktion ist und ihn wieder gelöscht. Mit dem Brexit fand ich es aber wieder sehr interessant zu sehen, was andere spontan und ohne großes Nachdenken schreiben, einfach aus dem heraus, was so eine politische Wende mit sich bringt. Das ist bei Twitter möglich, bei Blogs meist nicht, man liest sich den Text im Endeffekt doch noch einmal durch und korrigiert Passagen, die einem nicht passen. Mit viel Spontanität hat ein Blog also nicht zu tun. Zumindest bei mir nicht. Dieses direkte Kommentieren fehlt auch bzw. es dauert einfach zu lange.

Ich werde aber wohl kaum meine Seele an twitter verkaufen oder das Format ändern. Erst nachdenken, schreiben, modifizieren und dann veröffentlichen, das hat schon seine Vorteile, auch wenn ich mittlerweile den Erfolg von twitter besser nachvollziehen kann.


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