Er ist wieder da

19.03.2014 12:36 | keine Kommentare

"Er ist wieder da, der Addi". Natürlich nur fiktiv! Dem Geist von Timur Vermes ist diese Satire entsprungen. Amazon beschreibt den Roman mit folgenden Worten:

Sommer 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet der Gröfaz in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere - im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und auch trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und "Gefällt mir"-Buttons. Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy? All das und mehr: Timur Vermes' Romandebüt ist ein literarisches Kabinettstück erster Güte.

Heute habe ich es geschafft Timur Vermes' Erstroman zu beenden und ich muss sagen, dass ich wirklich schon lange nicht mehr dermaßen gelacht habe und zugleich schockiert war. Die eigentliche Idee, die deutsch-geschichtlich einflussreichste Person erneut zum Leben zu erwecken erschien mir sehr pfiffig und ausgeklügelt. Gepaart mit fast schon schwarzem Humor (sinnbeschreibendes Zitat) ...

"Sie rauben mir doch nicht meinen Kiosk aus?", fragte der Zeitungskrämer argwöhnisch.

"Nein", sagte ich erschrocken. "Ich bin doch kein Verbrecher!"

... gelingt es Herrn Vermes ein Debüt zu schreiben, dass seinesgleichen sucht. Natürlich ist dieser Roman nicht nur amüsant. Im Laufe des Buches gelingt es Hitler erneut einige Anhänger zu finden. Mit Rhetorik und Nachdruck. Keiner weiß so richtig etwas mit ihm anzufangen und doch schätzen Sie seinen Willen, seinen Umgang und teilweise sogar seine Ansichten. Und genau das ist der erschreckende Teil. All das präsentiert der Autor aber mit Witz und macht dieses Buch lesenswert.

Ich will auch nicht zuviel vorwegnehmen, denn diese auf knapp 300 Seiten verfasste Satire hat es in sich und ich empfehle jedem, es doch zur Hand zu nehmen und zu lesen.

Eines möchte ich aber doch nicht unerwähnt lassen. Gesunde Skepsis ist angebracht. Gerade bei so einem Thema. Was aber so manche Amazon-Kommentartrolle als Rezension abtun grenzt an maßlose Frechheit. Davon also nicht abschrecken lassen. Einfach mal anfangen zu lesen und selbst entscheiden. Aber ohnehin: Wer lässt sich von den Trollen bei Amazon beeinflussen? Dann würde man gar nichts mehr kaufen! :-)


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