Da mein Serverbetreiber noch ein wenig Zeit benötigt, um die neue Kiste aufzusetzen, dachte ich mir gerade, dass ich doch jetzt schon von den Problemen erzählen könnte, die mich erst dazu getrieben haben den neuen Server unbedingt zu wollen. :-) In dem Zuge möchte ich auch meine neue Blogsoftware mal erwähnen, die diese Lücken erst aufgedeckt hat.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Nun, zunächst einmal besitze ich einen vServer, wo hier alles drüber läuft. Also Webseiten, Emails, Kalender- und Kontaktesync. Zusätzlich dazu gibt es für jeden dieser Services, die ich halt auch mit meinem Android-Gerät mobil nutzen kann, Weboberflächen oder Programme für meine PCs. Das funktioniert soweit auch einwandfrei und zuverlässig. Es gibt also eigentlich gar kein Problem, oder? Nun, gibt es eben doch. Und das heißt alte Software! Niemand will sie, alle nutzen sie leider. Als Informatiker geht mir das wahrscheinlich noch ein wenig mehr auf die Nerven als Normalverbrauchern, wenn ich schon wechseln möchte, obwohl alles funktioniert, dennoch sollte jeder darüber nachdenken, was es heißt alte Software einzusetzen:

  • keine neuen Features
  • womöglich keine Sicherheitspatches, je nach Größe des Entwicklerteams, die nicht die Zeit oder Lust haben Updates für längst vergangene Programme zu pflegen
  • bessere, effizientere Nutzung von Ressourcen durch Verwendung neuerer Frameworks der Programmierer usw.

Bei mir war das auch so. Mein Server läuft bei einem Kumpel im Rechenzentrum zuverlässig, ist aber schon alt. Damit meine ich natürlich nicht die Hardware, die ist bei solchen ressourcenarmen Anwendungsfällen, wie sie bei mir sind, völlig egal. Da kostet es den Betreiber nur mehr Geld wegen beispielsweise des Stroms. Mir geht es eben um die alte Software. Und die war/ist super alt (BALD NICHT MEHR!): Debian Squeeze mit Webseitensprache PHP 5.3. Es gibt 5.6. Und 5.3 kam so ungefähr vor 4 Jahren raus. Geht also gar nicht! Eben eine neue Version, wie z.B. 5.6, konnte ich nicht installieren aufgrund des alten Grundsystems und so geht es nur bis 5.4 hoch, wo die Installation schon arg bescheiden war. Für weitere Backports, so nennt man das, war keine Zeit oder es war unmöglich wegen der alten Version von Debian.

Doch wie kam ich auf die Sache mit PHP? Yellow benutze ich als meine neue Blogsoftware. Diese ist von mir auch schon modifiziert und mit Patches (dazu später mal mehr, falls ihr da interessiert seid es auch zu nutzen) gespickt, aber im Grundprinzip nutze ich also keine eigenen Sachen, da sie für den kleinen Blog hier doch zu aufwendig sind und mein altes Content-Management-System noch auf PHP4-Stand war. Eben alt. Programmiersprachen verändern sich. :-) Ich wollte also etwas aktuelles, da pico, was ich vorher hatte, irgendwie nicht mit https/SSL klar kam, warum auch immer. Der Schritt war auch der richtige. Ich finde das neue System einfach klasse: keine Datenbank, nur Text-Dateien auf meinem Server, die dann eben in HTML durch PHP übersetzt werden. Nennt man übrigens auch Parsen. :-) Auf jeden Fall ist Yellow ziemlich modern und benutzt so einige Features, die erst mit PHP 5.4 richtig funktionieren. Da musste ich eben wechseln. Und da wurde mir dann auch klar, dass das nicht Ewigkeiten so schlecht weitergehen kann.

Ich bin ja regelmäßig im #archlinux.de Chat unterwegs und habe da von meinen Problemchen berichtet. Nun ... gelacht haben sie! Natürlich stand direkt mein Server im Fokus und wieso denn da alles so alt sei, ich würde doch sonst wert auf sowas legen. Nutze ja schließlich ArchLinux und kann meine Finger nicht vom täglichen Flashen meines Smartphones lassen. Nachholbedarf eben! In dem Zuge kam dann auch heraus, dass mein Betreiber total alte Virtualisierungssoftware verwendet. vServer sind Betriebssysteme in einem abgegrenzten Container auf einem Host-Rechner. Da sind mehrere vServer auf einem PC möglich. So sind Sachen schön getrennt pro Kunde etc.. Kumpel hat also, weil er da nicht seinen Fokus drauf legt auch nicht weiter geguckt, wie der Server virtualisiert ist. Ich hatte auf jeden Fall Virtuozzo. Total mies! Also schnell geplaudert und nun bekomme ich meinen neuen mit ArchLinux und KVM-Technologie. Das wird rasant schnell und günstiger ist es auch. Ich glaube, dass mein Kumpel ein schlechtes Gewissen hatte. :-) Mich freut es! Auch, wenn ihr das auf der Webseite wohl nicht merkt, werde ich es bei meinen anderen Anwendungen merken: TeamSpeak, Synchronisierungssachen. Außerdem habe ich mit ArchLinux als Server-OS auch die ressourcenschonende Distribution. Performant und minimal. Wie mein Blogsystem eben! :-) Bald ziehe ich mein digitales Leben also um! Super! :-)


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